Psychotherapie und Psychiatrie
Martina Frauer

Wohlbefinden: Vererbtes Psycho-Kopfkino

Subjektives Wohlbefinden lässt sich anhand verschiedener Gen-Varianten erklären. Auch Depressionen und neurotische Verhaltensmuster können auf die Genetik rückgeführt werden. Größere Studien sollen die Repräsentanz dieser Befunde künftig stärken.
Mit Instrumenten der Längsschnittstudie Sozio-ökonomisches Panel (SOEP) wurden Daten zu Lebenszufriedenheit und Glück im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DWI Berlin) erhoben. Die SOEP-Daten wurden mit genetischen Variablen kombiniert, die unter Prof. Lars Bertram, der Lübecker Interdisziplinären Plattform für Genomanalytik (LIGA) der Universität zu Lübeck erhoben und ausgewertet wurden.„Psychologisches Wohlbefinden wird größtenteils durch die Umwelt, aber auch durch genetische Faktoren beeinflusst. Welche genetischen Faktoren dabei eine Rolle spielen, war bis jetzt nahezu unbekannt“, erklärt Gert G. Wagner vom DIW Berlin und Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.
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Gruppendynamik: Team im Takt

Gemeinsames Handeln gleicht die Körperfunktionen von Teilnehmern einer Gruppe an. Je wohler sie sich fühlen, desto ähnlicher entwickelt sich die Leitfähigkeit ihrer Haut und die Aktivität ihrer Gesichtsmuskeln. Die Messung erlaubt es Vorhersagen über das Gruppenverhalten zu treffen.

Chorsänger haben es vielleicht schon einmal erlebt. Beim gemeinsamen Singen synchronisiert sich nicht nur die Atmung, sondern auch der Herzschlag der Sänger. Auch bei Paaren lassen sich solche Synchronisationseffekte beobachten. Sie geschehen häufig ohne willentliche Steuerung – die Betroffenen sind sich der Angleichung ihrer Körperfunktionen gar nicht bewusst. Was sie aber spüren, ist ein Gefühl der Verbundenheit und Zusammengehörigkeit.

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Virusinfektion: Hand in Hand mit der Depression

Virusinfektionen können depressiv-ähnliche Verstimmungen auslösen. Das Protein CXCL10, das eigentlich die Virusabwehr steuert, hemmt eine Hirnregion, die auch bei Depressionen vermindert aktiv ist. Eine Blockade des Proteins könnte Verhaltensänderungen vorab unterbinden.

Virale Infekte verursachen häufig Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und ein für Depressionen typisches Verhalten. Bislang war aber völlig unklar, wie Immunabwehr und psychische Veränderungen miteinander zusammenhängen. „Wir konnten jetzt die Mechanismen identifizieren, durch die das Immunsystem den Gemütszustand beeinflusst“, sagt Dr. Thomas Blank, Biologe am Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Freiburg.
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